Cytotec – Warum überhaupt einleiten?

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Das ganze Thema Einleitung macht mich sehr wütend. Denn ich glaube mit einer anderen Schwangerschaftsbegleitung, unter anderem durch unten genannte Maßnahmen, ließe sich der überwiegende Teil der Einleitungen verhindern! Was der Medienrummel um das Medikament Cytotec verdeckt sind noch viel tieferliegende Probleme. Allerdings bleibt die aktuelle Diskussion nur an der Oberfläche. Es sollte meiner Meinung nicht diskutiert werden, mit welchem Medikament eingeleitet wird, sondern hinterfragt werden warum überhaupt über 30% der Frauen eingeleitet werden? Wer tiefer eintauchen möchte, stellt sich folgende Fragen.

Die Fragen, die im Medienrummel um Cytotec nicht gestellt werden

  1. Was führt zum natürlichen Einsetzen von Wehen und wie können wir diesen Prozess so begleiten, dass er ungehindert stattfinden kann?
  2. Was hindert Geburten daran von sich aus zu beginnen?
  3. Welche (nicht-invasiven) Merkmale werden zu Rate gezogen, um einzuschätzen, ob eine Geburt bald von selbst beginnen würde?
  4. Wird eigentlich der Bishop-Score zur Beurteilung der Muttermundsreife eingesetzt?
  5. Was können Frauen selbst prüfen, um wirklich eine Entscheidung in Einklang mit ihrem Körpergefühl treffen zu können?
  6. Gibt es Methoden der Kommunikation mit der Körperin der Frau bzw. dem Baby, welche erkennen lassen, ob die Geburtsreife erreicht ist?
    [Übrigens: Die Autonomen Nervensysteme von Mutter und Kind sind in der Schwangerschaft bereits miteinander verbunden. Und das Kind ist aufgrund seines noch unreifen Nervensystems besonders auf die Verbindung zur Mutter angewiesen. Wenn die Mutter ruhig und entspannt ist, kann sich auch das Kind entspannen, fachsprachlich Co-Regulation genannt. Die Verbindung der Mutter zum Kind zu stärken und die Signale des Babys zu verstehen, sollte viel mehr Frauen als Werkzeug gelehrt werden, um sich auf ihren Körper zu verlassen.]

Fragen, falls ein Eingriff als notwendig eingeschätzt wird

So und wenn schon wirklich ein Eingriff, dann sollten sich alle Beteiligten folgende Fragen stellen:

  1. Gibt es zuerst Mittel, die die Produktion körpereigener Hormone ermöglichen? Wurden diese zuerst verwendet / deren Verwendung zuerst in Betracht gezogen?
  2. Wie kann ein Überdosieren vermieden werden?
  3. Was sind die Beschränkungen in der Wirkung und Nebenwirkungen künstlicher Einleitungsmittel?
  4. Können künstliche Mittel (wie Cytotec) die Blut-Hirn-Schranke überwinden?
  5. Wenn nicht, was ist die Konsequenz für den Geburtsprozess & die Gesundheit von Mutter & Kind kurz- und langfristig?
  6. Welche Störungen des gesamten Geburtsprozesses werden in Kauf genommen?
  7. Welche Auswirkungen haben diese Mittel neben post-partalen Blutungen auf Stillraten und besonders auf die Mutter-Kind-Bindung?
  8. Wie gut kennen sich die Geburtshelfer / Mediziner mit der physiologischen Geburt aus? Wissen Sie, wann es durch welche Hormone zu welchen Veränderungen in der Körperin der Gebärenden kommt?
  9. Wie gut wird die physiologische Geburt unterstützt und unser automatisches Gebärprogramm geschützt?

Einleitung wirkt als enorme Geburtsstörung

Einleitung ist ein massiver Eingriff in den natürlichen Hormon-Haushalt der Gebärenden. Bei der Geburt feuert die Körperin ein sensibles Hormonfeuerwerk ab. Durch die Gabe von künstlichen Prostaglandin- bzw. Oxytocin-Ersatzstoffen kann dieses Hormonfeuerwerk empfindlich gestört werden. Vor allem, da die Gehirn-Blut-Schranke von künstlich-hergestellten Hormonen nicht passiert werden kann, ist ein künstlicher Ersatz niemals in der Wirkung komplett mit den körpereigenen Hormonen vergleichbar. Erzielt also auch nur Teile der originalen Wirkung. Dadurch werden einige Gebärprozesse nicht oder nur unzureichend ausgelöst. Die Wahrscheinlichkeit für einen Geburtsreflex ist sehr gering.
Das Einleitungen in über 30% der Geburten eingesetzt werden deutet für mich auf ein FUNDAMENTALES MISSVERSTÄNDNIS von der Physiologie der Geburt hin. Es wird vergessen, dass unsere Frauenkörper ein eingebautes Gebärprogramm besitzen, welches das Kind von selbst aus dem Körper befördert, ohne dass wir als Frauen uns gegen diesen Prozess wehren könnten. WENN wir Gebärende nicht dabei stören. Und eine der massivsten Störungen dieses Hormonfeuerwerks ist nun mal die Einleitung mit Hormonersatzstoffen.

Ideen für alternatives Vorgehen, damit die Geburt von selbst beginnen kann

Top 3: Natürlichste „Einleitungsformen“ zuerst prüfen!

Es sollten die natürlichesten Einleitungsformen zuerst geprüft werden, was meines Erachtens kaum bis nicht passiert.

1. ERNÄHRUNG mit zuckerhaltigen Lebensmitteln behindert Geburtsbeginn!

Körpereigene Prostaglandine werden durch Zucker & Weißmehl gehemmt – also Finger weg davon, am besten 6 Wochen vor der Geburt, das fördert zudem schnellere Eröffnung des Muttermunds und verringert Schmerzen, da der Muttermund schön weich werden kann.

2. ANGST ist meist der Beginn von Geburtsproblemen!

Nahezu jede Geburtsstörung beginnt mit einer ANGST. Wenn Du diesen Satz liest, kannst Du nachvollziehen, wie das gemeint sein könnte? Fallen Dir Situationen ein, in denen es so ist, dass Angst der Beginn eines Problems sein kann?

Wir haben einen Körper, der in Kombination mit einem Geist funktioniert! Das wissen wir in Bezug zu Geburt schon seit über 100 Jahren durch Grantly Dick-Read, doch umgesetzt wird es immer noch nahezu nicht.
Psychische Faktoren wie Ängste, Stress, Umzug, Herausforderungen mit dem Mutterwerden als echte SchwangerenFÜRsorge ist nicht zu unterschätzen. Was scheinbar präventiv für Terminüberschreitungen/-übertragungen wirkt ist die Bindungsanalyse. Der überwiegende Teil der Kinder kommt wohl nah um den Termin. Da werden psychisch-seelische Blockaden besprochen, bearbeitet und in den Trennungsstunden die Abschiednahme von der Schwangerschaft und das psych. Einstellen aufs Muttersein simuliert. Die Bindungsanalyse sollte mMn zu den Standard-Fürsorge-Leistungen von Krankenkassen übernommen werden!

3. Einleitung wirkt als enorme Geburtsstörung

Abwarten und prüfen, ob die aktuell gültige Norm („Einleiten ab ET+3) tatsächlich naturgemäß ist

Mein Fazit: Vor Einleitung prüfen, ob Bevor das nicht Standard ist und den Ängsten der Schwangeren nicht adäquat begegnet wurde, unbedingt Einleitungen prüfen!

Ruhe bewahren: Das Kind ist bereit, wenn es bereit ist.

Ein Kind ist erstmal nur terminlich „überschritten“ und das bis ET+14, erst ab dann „übertragen“! Ich habe alle Fälle der Natürlichen Geburtsgruppe auf Facebook zusammen getragen, von Babys, die ab ET+17 bis ET+32 geboren wurden, das sind insgesamt 26! Nur 2 davon wurden eingeleitet, davon wurden nach Geburtsstillstand diese 2 mit Kaiserschnitt entbunden. Alle anderen 24 Frauen haben nach meinem Kenntnisstand auf natürlichem Wege, meist zu Hause, einige auch als Alleingeburt geboren, alle Kinder gesund.

Mein Fazit: Vertrauen statt Panikmache

Diese Panikmache am Ende der Schwangerschaft ist eine enorme Geburtsstörung. Geschieht meist aus Eigeninteressen der Beteiligten, und deren Eigenschutz anstatt wirklich das langfristige Wohl der Kinder und Mütter zu berücksichtigen. Jede Körperin, die dann noch in Ruhe einen hoch-intimen Geburtsvorgang starten kann, zolle ich höchsten Respekt.

Ich wünsche mir: Mehr Vertrauen in die Körperin und ihre unglaublich wundervollen Selbstgebärkrafte❣️

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